| Flugbericht | ||
Kann Fliegen doch schön sein! Dienstag 11.August 1998 Ein wunderschöner aber heisser Sommermorgen, eigentlich eine Zeit um die Winde mit dem "Wurscht" auf der Trommel wieder in Schuss zu bringen, was ja unbedingt sein musste. Sämi Lerch war so nett und half mir dabei fleissig, aber er war sehr unruhig, denn er hatte die Wetternachrichten gut studiert und sein Plan stand fest, mit der DG 500 M in die Berneralpen. Ja meinte er, die DG 500 geht in die Kontrolle und nachher geht das Flugi sowieso wieder weg, also die letzte Möglichkeit mit ihr in die Alpen zu starten. Hättest du eigentlich Interesse mit mir in die Alpen zu fliegen? Mein schnelles Ja kam ihm, glaube ich, gerade recht. Nun kamen wir bald in Zeitdruck, denn laut Wetterprognosen beginnt die Thermik im Napfgebiet bereits um 11.00 Uhr und auf den frühen Nachmittag war mit Gewittern zu rechnen. Also rein in die Maschine und 6 Minuten vor 12.00 Uhr rollten wir zum Start um bereits nach 21 Minuten den Motor wieder abzustellen. Ich war ein wenig erstaunt, denn ich hatte noch keinen einzigen Schlauch verspürt und die ersten Kumeli standen erst in den Walliseralpen. Gleich haben wir uns um mögliche Landeplätze umgeschaut, z.B. Langenthal 11 km, Triengen etwa gleich, oder ein schönes Feld beim Bauern, denn wir hatten ja erst eine Höhe von 1600 m. Sämi flog ruhig weiter Richtung Brienzer-Rothorn. Etwa auf der Höhe der Lüdernalp, also in der Nähe vom Napf, fing das schöne Spiel mit dem Aufwind an und Sämi kämpfte sich gekonnt und sauber so mal auf 2000 m. So bewegten wir uns schnell und sicher zum ersten Ziel Richtung Brienzer-Rothorn, wo wir bereits mit dem Flugplatz Meiringen Kontakt aufnahmen. Um 13:30 Uhr hatten wir vom Flugleiter Interlaken freien Flug über den Flugplatz Richtung Grindelwald um vor dem Eiger hoch zu drehen, zu staunen, geniessen ja sogar einen Jauchzer los zu werden. Weiter gings Richtung Mürren, das Schilthorn wurde zweimal umkreist und schon wieder weiter in 3200 m nach Adelboden mit einer herrlichen Sicht zum Gspaltenhorn, auf die Blümlisalp, das Doldenhorn und natürlich nicht zu vergessen, hinter uns das imposante Jungfraumassiv. Plötzlich bedeuteten wir dem König der Lüfte, einem wunderschönen Adler, Gefahr. Er flog verdächtig mit halb geschlossenen Schwingen und ausgefahrenen Fängen angriffsbereit neben uns her, war aber beruhigt, als wir uns aus seinem Revier entfernten. So überquerten wir das Kandertal, Engstligental um bald in Matten im Simmental einzufliegen. Wir versuchten vergebens unsern Heinz Mangold als amtierenden Flugplatzchef von St. Stephan aufzurufen. Die Gewittermeldungen für den frühen Nachmittag wurden planmässig abgehalten und wir machten uns gemütlich auf den Heimweg in der Höhe von 3200 Meter. Die Sicht war gut und da wir über die Heimat von Sämi flogen, erzählte er mir ein paar schöne Erinnerungen von seiner Jugendzeit. Natürlich genossen wir die Aussicht auf Unbekanntes und Bekanntes wie Zweisimmen, Jaunpass, Schwefelberg, das Stockhorn mit seiner schönen Bergbahn. Leider mussten wir die schönen Alpen verlassen und so ging es zurück über den Thunersee, Beatenberg, Harder, Kemmeriboden, Huttwil, Pfaffnau, Niedergösgen in unsere engere Heimat. Das Mittelland mit den schönen Seen wie der kleine Soppensee, Mauensee, Sempachersee. Sogar der Baldeggersee war noch auszumachen. Leider war meine Karte unter meinem Sitz verschwunden, aber die Gegend doch vertraut. Unterwegs machten wir ein paar wenige Kreise, um in Schupfart in 1100 m Höhe in den Abkreisraum einzufliegen und um 16:10 sicher auf dem Boden vor dem Hangar die DG 500 M hinzustellen. Es war ein Bilderbuch-Tag und ein Super-Flug. Oski Schumacher
PS: Am darauffolgenden Sonntag kreisten Andreas und ich in der DG 500 wieder über der Station Eigergletscher um die Saison endgültig abzuschliessen! So macht das Segelfliegen Spass! Sämi |
||
| |
||