| Nachdem
im letzten Jahr der Mistral unserem Wandersegelflug einen Strich
durch die Rechnung gemacht hat, wollen Sämi und ich dieses
Jahr einen neuen Versuch wagen. |
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Doch schon am ersten Tag wird unser Eifer
durch solche Bilder gebremst. Ein Gasballon ist wirklich nicht
gerade das, was man an einem hoffentlich thermikreichen Tag erwartet... Aber wir kommen trotzdem bis Coutelary, wouns die schon angekündigte Störung ein erstes Mal veranlasst,
unseren Benzinschlauch einzusetzen. Eine grosse Abdeckung, die
sich langsam über den Jura schiebt, zerstört alle natürlichen
Möglichkeiten Höhe zu tanken. Wir fliegen dann also im thermisch noch aktiven
Mittelland über Gruyere bis Lausanne (ohne M hinter der
DG500 natürlich), währenddem die Störung über
den Jura abzieht. In Lausanne ist unser Segelflug heute zum
zweiten Mal beendet, weil der Wiedereinstieg in den Jura leider
nicht möglich ist, die Cumuli sind zu weit weg. Nach erneuter
Mithilfe unserer fossilen Brennstoffe an Bord, sind wir wieder
in segelfliegerischem Gefilde. Doch die dunklen Wolken, die sich erneut aus
dem Südwesten melden, zeigen uns, dass heute wahrscheinlich
nicht mehr die allzugrosse Distanz zurückzulegen sein wird.
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Wir entschliessen
uns also eine geeignete Bleibe für wahrscheinlich einen
weiteren Tag zu suchen, da wie gesagt eine gröbere Front
angekündigt ist. Da finden wir auch schon den passenden
Flughafen: Dole |
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Dole: Relativ
kleiner Tower, aber Riesen-Runway; mit Linienflügen, dementsprechend
grossen Wartesälen und Metalldetektoren, etc. |
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In der schönen Altstadt von Dole können
wir uns dann am nächsten Tag so richtig umsehen, da erstens
wegen des vielen Regens in der Nacht und der grossen Feuchtigkeit
die Wolkenbasis den ganzen Tag tief ist und vor allem zweitens
wegen des starken Windes (es waren rund 70km/h). Ein Besuch im Geburtshaus von Louis Pasteur
und im örtlichen Kunstmuseum und gutes Essen ist eine gute
Einstimmung auf eine oder zwei französische Wochen...
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Hoffentlich
lässt der Wind in den nächsten Tagen etwas nach! |
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Nur um es vorwegzunehmen; er lässt nicht
nach. Am nächsten Tag verspüren wir den Drang weiterzufliegen,
da wir ja auf einem Wandersegelflug und nicht auf einem Wegenschlechtenwettersambodensitzenundaufbesserebedingungenwarten
sind! Naja, nächstes Ziel: Macon. Das sind
zwar nur rund 100km, aber bei diesem Wetter muss man sich wohl
oder übel mit kleinen Sprüngen zufriedengeben. Heute sind wir reine Motorflieger. Aber wir
haben nicht erwartet, dass man mit 30l im DG500M Tank manchmal
doch nicht so weit kommt. Nach dem Start zeigt uns das GPS einen
doch relativ niedrigen Groundspeed von rund 30km/h an. Auch der
Regen, der umflogen werden will, macht uns das Erreichen unseres
Zieles nicht gerade leichter.
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Nach ein
paar Berechnungen kommen wir zum Schluss, dass Macon wirklich
ausser Reichweite unseres Albatros liegt (wer hätte das
gedacht). (30l Benzin für 60km!) Na dann... |
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...nehmen wir doch einfach Chalon (wieder
ein sehr grosser Platz, mit Tower und viel Verkehr, aber völlig
unkompliziert). Kurz nach dem Aussteigen, wir sind noch dran
unsere Sachen auszuladen, kommen schon die Leute vom Flugplatz:
"Ah bonjour, vous êtes ici pour voir le grand Féstival?"... Das lässt uns doch eher aufhorchen. Festival?
Grosses Festival? Hotelzimmer?
Aber wir haben Glück und bekommen etwa das letzte noch freie
Zimmer in der Stadt.
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Nach einem
interessanten Abend in Chalon mit Strassentheatern, Musik etc.
geht es bei endlich einigermassen fliegbarem Wetter und rund
40km/h weniger starkem Wind weiter in Richtung Zentralmassiv... |
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...bis dann
nach einem schönen Streckenflug uns grosse Ausbreitungen
der Cumuli Mühe bereiten. |
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Da ist also
Ambert unsere nächste Station. |
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Ambert ist ein kleiner, wohl normalerweise
eher verlassener Motorflugplatz, aber als wir zur Landung ansetzen
und von der Piste rollen, kommen plötzlich viele staunende
Gesichter auf uns zu. Es war eine Klasse auf einem Schulausflug.
Die meisten haben wohl noch nie ein Segelflugzeug gesehen. Es hat aber auch Leute, die sich geradewegs
auf den Motor stürzen. Es sind UL-Piloten, die sich sofort
in eifrigste Diskussionen verwickeln, woher dieser Motor kommt,
was für einen Hubraum das Ding hat, wieviel Benzin er verbraucht,
wieviel PS er hat, etc.
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Wir hoffen am nächsten Tag wieder auf
super Bedingungen, denn normalerweise ist ja der 2. Tag nach
der Front der beste. Wenn es noch en klein wenig abtrocknet,
dann werden vielleicht die Abdeckungen von gestern nicht so stark
auftreten. Also warten wir am Morgen auf die Auslösetemperatur.
Um zwölf Uhr ist noch kein einziger Cumulus zu sehen. Auch
um 13 und um 14 Uhr nicht. Dann wird es uns zu bunt, und wir starten
in der Hoffnung, dass es weiter südwestlich im Zentralmassiv
die grossen erwarteten Wolkenstrassen hat.
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Nach dem
relativ knappen Start wegen der kurze Piste und der Hindernisse
im Ausflug sehen wir dieses Bild: Inversion im Rhonetal. Das
ist ja nicht unbedingt unerwartet, ... |
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... aber
dass auch im Relief des Zentralmassivs, in Richtung St.Affrique
(da wo wir eigentlich heute hin wollen, oder besser wollten)
sich während der thermisch besten Zeit des Tages nur ein
einziger kleiner Minicumulus zeigt, lässt unsere Erwartungen
für den heutigen Tag doch schnell auf Null sinken. Unsere
Motivation ist dem Gefrierpunkt nicht gerade weit entfernt. Denn
eigentlich wollen wir Segelfliegen und nicht Sägezahnmotorstunden
abrattern. |
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Wir biegen ab nach Le Puy. Le Puy ist ein frisch renovierter riesengrosser
Platz mit ILS, Segelflugpiste, UL-Piste, Modellflugpiste, Landeplatz
für Fallschirmspringer und sogar mit zusätzlich noch
Raum für Windenstarts mit Hängegleitern. Die Infrastruktur
ist relativ ausgeprägt. Ein Restaurant und ein Hotel sind
gerade beim Flugplatz. Auch ein grosses Büro der Météo
France ist vorhanden. Sämi und ich sind uns einig, dieser Platz
ist sehr geeignet um ein Fluglager der SGB durchzuführen!
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Kurz nach der Landung, der stahlblaue, superstabile
Himmel. (Hier übrigens einen Gruss an Björn,
einer unserer potentiellen Rückholer: "Wo ist der Elch?")
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Hier
gehts zum 2.Teil |
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Übersichtskarte:
1. Tag: Schupfart - Dole
2. Tag: Pause wegen Wind
3. Tag: Dole - Chalon
4. Tag: Chalon - Ambert
5. Tag: Ambert - Le Puy
6. Tag: Le Puy - St.Crépin
7. Tag: St.Crépin - Sion
8. Tag: Sion - Lausanne
und Lausanne - Schupfart
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